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 Am 15. März 2016 in "Die Welt " online erschienen:

Diesen Artikel finden Sie online unter
http://www.welt.de/153195595
 
Seine Messerkunst ist auf der ganzen Welt begehrt

Er ist einer der letzten seiner Art in Norddeutschland: Bernd Burmeister fertigt Messer an – und zwar so gut, dass er mit seiner Kunst bis in die Vereinigten Arabischen Emirate bekannt ist. Von

Hier im ostholsteinischen Malkendorf ist die Welt noch in Ordnung. An der Straße steht das Bobbycar eines Kindes vorschriftsmäßig an einem Baum geparkt, zwei junge Mütter gehen mit ihren Kinderwagen, auf denen Sicherheitswarnwesten gespannt sind, mitten auf der Chaussee spazieren. Und auch der Kern des 100 Einwohner-Dorfes ist so, wie man es sich vorstellt: Dörfergemeinschaftshaus, kleiner Fußballplatz und das Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr direkt nebeneinander.

Wohl nur in solch einer idyllischen, beinahe unberührten Umgebung kann es noch eine Werkstatt wie die von Bernd Burmeister geben. Der 58-Jährige steht in der Eingangstür seines kleinen Ladens, lächelt freundlich und winkt dann einzutreten. Um seine Beine streichen zwei Katzen, er beugt sich herunter, um sie zu streicheln. "Ich brauche dieses Ländliche, dieses Ruhige", sagt er dann, "denn hier kann ich mich am besten auf meine Arbeit konzentrieren."

 

"Gute Bezahlung ist eigentlich nicht das, was ich will"

 

Und Burmeister geht einer ganz besonderen Arbeit nach: Er ist einer der letzten Messermacher (Link: http://www.antikemoebel-burmeister.de/) in Norddeutschland. "Messermacher gibt es im Norden kaum noch", sagt er selber: "Ich kenne nur noch einen Franzosen hier in der Nähe, aber der stellt Kunstgegenstände her. Ich mache Gebrauchsmesser." Und das so herausragend gut, dass sich seine Arbeit weit über die Grenzen des Dorfes herumgesprochen hat.

"Zu mir kommen Köche aus ganz Deutschland, der Schweiz und Frankreich", sagt er, nicht angeberisch, nicht stolz, einfach sachlich. Auch dass ein Scheich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten spezielle Sonderanfertigungen bei ihm bestellt, bringt ihn nicht aus der Ruhe: "Der hat gut bezahlt, aber dass ist eigentlich nicht das, was ich will. Da landen die Messer in der Schublade." Und für jemanden wie ihn gibt es kaum etwas Schlimmeres als diesen Gedanken; dass seine Messer nicht gebraucht werden.

Burmeisters außergewöhnliche Begeisterung für scharfe Klingen begann schon als Kind: Im zarten Alter von 15 Jahren stellte er sein erstes eigenes Messer her. "Ich habe immer versucht, archaische Sachen zu machen", erinnert er sich: "Ich habe sogar einmal ein Messer aus Flintstein hergestellt." Er ließ sich bald darauf zum Schlosser ausbilden, durfte dort im ersten Lehrjahr machen, was er wollte – und das waren Messer. Der Lehrmeister "kam ab und zu mal vorbei und gab mir die richtigen Tipps", sagt Burmeister.

Bald danach schon sprach es sich herum, dass es da diesen jungen Mann gab, der eigentlich Schlosser und Schmied gelernt hatte und auch als solcher arbeitete, der aber nebenher auch noch die besten Klingen herstellen konnte. Der die Messerherstellung beherrschte wie kaum jemand sonst. Und der darin völlig aufging – und es auch heute immer noch tut. "Eine Klinge herzustellen ist etwas Filigranes", sagt Burmeister, "das ist nicht nur einfach ein Stück Eisen."

Deswegen lässt er sich auch viel Zeit bei der Produktion; pro Messer braucht er bis zu 20 Stunden Arbeit. Er beginnt, indem er genau mit seinen Kunden bespricht, wie die Klinge und der Griff aussehen soll, was es für Sonderwünsche oder Vorlieben gibt: "Für Köche muss es sich gut anfühlen. Das Messer darf ihnen ja nicht wie Stück Seife aus den Händen gleiten." Er bietet auch spezielle Griffe für Menschen mit dicken Händen oder Gicht an: "Das sieht manchmal komisch aus, aber das brauchen die einfach und es erfüllt den Zweck."

 

Ein Messer kostet ab 165 Euro aufwärts

 

Sobald alles besprochen ist, macht er sich an die Produktion, stellt die Klinge her aus schwedischem Highcarbonstahl, die Griffe ganz individuell aus Horn, Knochen oder aus speziellen Hölzern. Seit 30 Jahren sammelt er diese Hölzer, teilweise fällt er selbst die Bäume, um an die Wurzel zu kommen: "Das Beste ist ganz unten, ich verarbeite meist die Wurzeln für den Griff." Manchmal bekommt er aber auch Hilfe von Handwerkskollegen, von einem hat er gerade erst ein altes Holz aus Zeiten der Lübecker Hanse von 1162 erhalten. Dazu kommen Stücke aus alten Ställen oder Gebälken.

Wenn eines seiner Messer fertig ist, dann kostet ab etwa 165 Euro aufwärts. "Qualität hat ihren Preis", sagt Burmeister. Er bietet für seine Kunden auch Seminare an, in denen er ihnen beibringt, wie man mit einem seiner Messer richtig umgeht. Denn er weiß, wie rabiat mit diesen filigranen Werkzeugen (in den Großküchen) umgegangen wird: "Nach der Arbeit fliegen die Messer alle in einen Eimer, dann ab in den Geschirrspüler und fertig." Ganz anders, viel sorgfältiger, gehe man dagegen mit Messern in anderen Kulturen um. Etwa die Japaner mit ihren Sushimessern: Die würden ihr Werkzeug aus einem Tuch ausrollen, damit arbeiten, mit Kamelienöl reinigen, zweimal über den Schleifstein ziehen und wieder einrollen.

Während er das erzählt, gerät Burmeister richtig ins Schwärmen. Genau in solchen Momenten ahnt man, wie sehr er seine Arbeit wirklich liebt. Und als er sagt: "Die Messer kann ich auch noch machen, wenn ich 90 Jahre alt bin", da ist man sich sicher: Das wird er wohl auch.

 
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Sonntag, 13. 0ktober 2013 auf Seite 13

Einige Zitate aus dem Artikel in den Lübecker Nachrichten

 

Scharf und kunstvoll - die Messer aus Malkendorf

von Doreen Dankert

 

Bernd Burmeisters Leidenschaft sind die Messer. Seit über 30 Jahren bat er Schneidwerkzeuge in Handarbeit. In Wirklichkeit ist jedes seiner Messer ein kleines Kunstwerk.

 

Plötzlich war da dieser Mann mit den langen Haaren und der abgewetzten Jacke am Stand auf dem Markt in Eutin. Er zeigte auf das Filetiermesser und sagte, "Ich probiere das aus und komme gleich zurück". Bernd Burmeister war etwas verdutzt, sei sich aber sicher gewesen, dass der Mann zurückkommt. Er kam zurück - mit einem perfekt zerlegten Lachs von einem anderen Stand. "Das Messer nehme ich", sagte der Mann, reichte Bernd Burmeister ein paar Scheine rüber und den zerlegten Lachs als Dankeschön. Und dann outete er sich als Gourmetkoch aus der Schweiz. Ein Koch, der excellent verarbeitete scharfe Messer zu schätzen weiß. Mit Bernd Burmeister, der seit über 30 Jahren in Malkendorfseine Messermanufaktur betreibt, hat der Edelkoch aus der Schweiz die richtige Adresse gefunden.

"Er ist ein Künstler!" Das sagt seine Frau Dagmar über ihn. Bernd Burmeister lächelt, schüttelt den Kopf und sagt: "Nein, ich bin ein Handwerker." Eine kleine Auswahl von dem, was Bernd Burmeister so anfertigt, liegt auf dem großen Tisch, an dem wir sitzen. Und schon beim ersten Blick darauf wird mir klar: Hier liegen nicht einfach nur Messer, sondern Kunstwerke. Und ja, es sind Messer, die in erster Linie angefertigt wurden, um sie zu benutzen, nicht, um sie anzuschauen. Küchenmesser, Jagdmesser, Outdoormesser- alle handgearbeitet, keines sieht aus wie das andere. Jedes Messer von Bernd Burmeister ist ein Unikat, dass seinen Preis hat. ... "Dafür sind es auch Messer, die man ein Leben lang hat", so Burmeister, der in seiner Manufaktur im beschaulichen Malkendorf nach allen Regeln der Kunst Schneidwerkzeuge baut. Und die passende Messerscheide gleich noch dazu.

...

"Mit einem Messer zu arbeiten macht nur dann Spaß, wenn das Messer auch scharf ist", so der 58-Jährige. Und ganz besonders freut es ihn, wenn er die von ihm angefertigten Messer von einem Kunden nach Jahren mal wiedersieht zum Schärfen. Bernd Burmeister bringt die Klinge dann wieder auf die Stufe der höchsten Schärfe.

Aber die Kunden der Messermanufaktur in Malkendorf wollen mehr als nur superscharfe Messer. Sie wollen etwas Einzigartiges haben - und das dann bei Gelegenheit auch mal zeigen. ...

 

Mittwoch, 27. November 2013

Wir haben im Artikel über den Worpsweder Weihnachtsmarkt im  Osterholzer Anzeiger eine gute Kritik erhalten.